Argumente für und wider E-Books

Das Zeitalter der Digitalisierung hat auch vor einem alteingesessenen Medium wie dem Buch nicht haltgemacht. Immer mehr Wissensdurstige und Lesebegeisterte greifen heute schon nicht mehr zu einem Buch aus bedrucktem Papier, sondern zu der elektronischen Variante, dem E-Book.

Die Traditionalisten schwören hingegen auf das allgemeine Lesegefühl dass sich nur beim Genuss eines Buches aus Papier und Tinte einstellen kann und von der besten Grafik nicht realistisch imitiert werden kann.

Traditionsbewusstsein versus Fortschrittlichkeit? So einfach ist es nun doch nicht, denn es gibt auf beiden Seiten zahlreiche Argument, die für und gegen die digitale Buchform sprechen:

DIE PROS

1. Mehr ist manchmal weniger

Verreisen mit einer großen Anzahl an Urlaubslektüre ist sehr viel leichter, denn musste man früher pro Buch mal gut ein halbes Kilo mitschleppen, kann man heute ganze 20 Bücher auf seinem E-Book dabei haben, ohne dass dieses an Gewicht zulegt. Und auch sonst ist ein E-Book vom Format her wesentlich handlicher als ein Taschenbuch und findet bequem in jeder Handtasche Platz, so dass es auch im Alltag überall mit hin genommen werden kann.

2. Entspanntes Lesen zu jeder Tages- und Nachtzeit

Der Mythos der kaputten Augen im Dunkeln kann endgültig vergessen werden, denn viele E-Books haben ein beleuchtetes Display, dass es dem Leser ermöglicht, auch bei Dämmerung und Dunkelheit sein Leseerlebnis nicht abbrechen zu müssen. Auch gibt es Displays, auf denen man noch wunderbar lesen kann, selbst wenn man am Strand liegt und die Sonne auf das Display scheint.

3. Ganz in das Lese-Erlebnis eintauchen

Das E-Book bietet dem Leser eine Menge mehr Features, als es das altmodische Papiermodell auch nur annähernd kann. Angefangen bei der Verlinkung der Kapitel im Inhaltsverzeichnis mit den Inhaltsseiten, kann man (je nach Modell) Fremdworte direkt online oder im integrierten Wörterbuch nachschlagen, Videosequenzen können zwischendurch abgespielt werden und der Leser kann ähnlich einem Rollenspiel in die Lektüre miteinbezogen werden, indem man ihn z.B. entscheiden lässt, wie sich der Protagonist oder eine andere Figur in bestimmten Situationen verhält.

4. Kein Ärgern mehr, die Brille vergessen zu haben

Die Schriftgröße kann auf einem E-Book bequem angepasst werden, so dass auch sehbehinderte Menschen nicht aufs Lesen verzichten müssen, sollten sie mal ihre Brille nicht zur Hand haben.

5. Ökologischer Vertrieb

Umweltbewusste E-Book-Anhänger führen auch gerne an, dass auch mit dem Kauf von 1000 Büchern für das E-Book nicht ein einziger Baum gefällt werden muss und auch durch das einfache Herunterladen im Online-Store die Lieferkette wegfällt, wodurch Abgase vermieden werden. Somit stellt das E-Book die ökologisch vernünftigere Variante des Lesens dar.

 

Dem gegenüber stehen die Nachteile der elektronischen Buchform, die dann doch so manche Leseratte immer wieder eine Buchhandlung aufsuchen lassen:

DIE KONTRAS

1. Nichts für die Ewigkeit oder zum Verschenken

E-Books werden als Software erworben, womit man lediglich Nutzungsrechte an der Software hat. Ein aufheben, verkaufen oder verschenken der Bücher erschwert sich somit. Vor allem das Aufheben besonders geliebter Titel wird zum Problem, weil Anbieter diese bei Verstoß einfach löschen und/oder aus dem Sortiment nehmen können.

2. Preislich nicht ganz fair

Dass E-Books als Software behandelt werden, schlägt sich leider auch auf den Preis aus. Diese ist nämlich mit 19% Umsatzsteuer belegt, während es Bücher nur 7% sind. Trotzdem gibt auch für E-Books die in Deutschland übliche Buchpreisbindung, wodurch E-Books im Endeffekt kaum wesentlich günstiger sind, als die papiernen Kollegen.

3. Format-Gebundenheit

Durch die Anzahl der vielen unterschiedlichen Datei-Formate (HTML, PDF, LIT,…) ist ein Leser immer an jene gebunden, die auch von seinem Reader unterstützt werden. So kann man im Amazon Kindle-Shop erworbene Bücher lediglich mit einem Kindle-eReader oder über die Kindle-App lesen.