Der nächste Meilenstein der technischen Entwicklung?

Es ist DIE Hightech-Neuigkeit und sieht dabei so harmlos aus: Google Glas – die vermeintlich hippste Erfindung seit des Smartphones. Doch was genau verbirgt sich dahinter? Google Glas ähnelt auf dem ersten Blick einer Brille mit fehlenden Brillengläsern. Lediglich über dem rechten Auge ist ein Glasprisma angebracht. Daneben verbergen sich ein Minicomputer und eine kleine Digitalkamera, die in Blickrichtung des Trägers ausgerichtet ist. Klingt bisher noch nicht allzu besonders? Sieht auch nicht so aus. Das Revolutionäre sind nun die Funktionsmöglichkeiten dieser sehr neumodischen Brille.

Funktionen von Google Glass

Ist Google Glass aufgesetzt und durch eine bestimmte Kopfbewegung oder ein Berühren des rechten Bügels aktiviert, erscheint ein etwa Briefmarken-großer Bildschirm im Sichtfeld des rechten Auges. Es lassen sich allein durch Sprachsteuerung verschiedene Funktionen ausführen. Zum Beispiel können Sie Google Glass ein Foto dessen machen lassen, was sich gerade in Ihrem Blickfeld befindet. Auch Videoaufnahmen sind möglich, allerdings derzeit nur bis zu einer Länge von 10 Sekunden, da sonst der Akku zu schnell leer wäre. Die aufgenommenen Fotos, Videos oder auch eine Live-Aufnahme können Sie nun in sozialen Netzwerken, über E-Mail oder andere Kommunikationsplattformen teilen. Zudem können Sie über die Sprachanweisung auch Nachrichten versenden.

Eingebautes Navigationssystem

Als überaus praktisch erweist sich Google Glass unterwegs, denn auch eine Navi-Funktion ist eingebaut. So muss man seinen Blick beim Autofahren nicht mehr von der Straße abwenden, um sich die Navi-Route anzusehen. Und auch abseits der Straße navigiert Sie Google Glass zum Beispiel beim Wandern, Skifahren oder bei der Radtour. Ob allerdings das Verlagern der Aufmerksamkeit auf den Innenbereich der Brille der Sicherheit von Auto- und Radfahrer nicht eher schadet, muss sicherlich noch getestet werden. Auf Reisen können Sie sich von Google Glass bestimmte Wörter und Sätze direkt in eine beliebige Sprache übersetzen lassen. Bei dieser Funktion erhalten Sie neben einer optischen Anzeige der Übersetzung auf dem Prisma auch eine akustische, die allerdings nicht über eine Membran übermittelt wird, sondern via Schall direkt über die Knochen. Neben diesen Funktionen versorgt Sie Google Glass unterwegs auf Anfrage mit gewünschten Informationen zum Wetter, Sehenswürdigkeiten oder allgemeinen Fragen wie „Wann hat die Bundeskanzlerin Geburtstag?“, „Welcher ist der höchste Berg Italiens?“ oder „Wer war Martin Luther King?“.

Die Stimmen der Skeptiker

Nun finden sich, wie bei neuer jeden Entwicklung, nicht nur Befürworter, sondern auch jede Menge Skeptiker. In diesem Fall wird vor allem eine weitere drastische Einschränkung der Privatsphäre befürchtet, da sämtliche übermittelte Daten auf einem Google-Server gespeichert werden und Leute in der Umgebung oder im Blickfeld der Kamera aufgenommen werden könnten, ohne hierfür ihr Einverständnis gegeben zu haben. Außerdem wird befürchtet - vor allem nach der Aufdeckung von PRISM - dass das komplette Umfeld des Nutzers nach und nach aufgezeichnet und dokumentiert wird. Wer solche Bedenken hat, braucht sich Google Glass aber auch nicht anzuschaffen. Und wer sich noch nicht sicher ist, ob er dieses (vermeintliche) Risiko eingehen möchte, der hat ohnehin noch einige Zeit, sich das zu überlegen, denn aufgrund von Kinderkrankheiten und einem noch zu verpassenden Feinschliff wird Google Glass voraussichtlich erst ab dem Frühjahr 2014 auf dem Markt erhältlich sein.

Im folgenden Video werden noch einmal die Handhabung sowie technische Hintergründe von Google Glass beleuchtet: